März 2019 – unsere jährliche Frühjahrstour an den Po nach Cremona stand am Programm. Hauptzielfisch wie bei den meisten Anglern, die nach Italien reisen, war der Wels. Die Wettervorhersage und der Pegelstand ließen mich schon im Vorfeld schwierige Bedingungen zum Welsfischen erahnen: konstant hohe Temperaturen für Frühling und kein Niederschlag in Sicht. Der Fluss seit etlichen Wochen fast auf Tiefststand, Tendenz weiterhin leicht fallend. Dazu glasklares Wasser. Die Wettervorhersage und der Pegelstand ließen mich schon im Vorfeld schwierige Bedingungen zum Welsfischen erahnen: Konstant hohe Temperaturen für Frühling und kein Niederschlag in Sicht. Der Fluss seit etlichen Wochen fast auf Tiefststand, Tendenz weiterhin leicht fallend. Dazu glasklares Wasser. Der Wels bevorzugt eindeutig trüberes Wasser, gerne auch steigendes Wasser.

Nichtsdestotrotz kann man auch bei solchen Bedingungen Welse fangen, was uns glücklicherweise auch gelungen ist. Bei diesen Verhältnissen wollte ich wieder einmal die Chance nutzen und auf Verdacht eine Karpfenrute,sowie etwas Futter mitnehmen. Der Po hat einen zumeist sandigen und dadurch recht hellen Untergrund. So fiel meine Wahl auf den dunklen Pure Fish Boilie, um mich vom Gewässergrund bestmöglich abzuheben. 3 Packungen zu je 1,5kg Boilies fanden den Weg ins vollgepackte Auto. Für einen 600km langen Fluss eine nahezu lächerliche Menge. Mein Plan sah vor, dass ich die Rute bei einer geeigneten Stelle für einen oder zwei Tage probieren werde, und an dieser einen Stelle auch mein ganzes Futter einsetzen werde. Unter der Woche bezogen wir für zwei Nächte eine große Sandbank, an der ich mein Glück auf Karpfen versuchen wollte. 

In dieser Gegend herrscht auf Karpfen nur ein sehr geringer Angeldruck. Die Italiener konzentrieren sich zumeist aufs Stipp- und Feederfischen, die Gäste spezialisieren sich häufig aufs Welsangeln. Daher sind keine komplizierten Montagen erforderlich. Ich fischte ein 200g Blei am Safety Clip. Einfaches Hair Rig und als Köder 2 Pure Fish Kugeln, um zumindest etwas Selektivität zu gewährleisten. Der Po bietet einen unglaublichen Bestand an Barben, sowie riesige Brassen, die ich an meiner Karpfenrute so gut es ging natürlich vermeiden wollte. Die ersten 24 Stunden vergingen ereignislos an meiner Rute, die Hälfte meiner Boilies hatte ich bereits im Fluss verteilt. Am Abend bevor die zweite Nacht auf dieser Sandbank begann legte ich meine Rute neu aus und verteilte das noch übrig gebliebene Futter. Zu unserer Verwunderung dauerte es nur etwa eine Stunde,bis uns der Bissanzeiger unmissverständlich einen Vollrun zu verstehen gab.  Bereits beim Anschlag war klar, dass es sich um einen großen Fisch handeln musste: Rute im Halbkreis, die Rolle kreischte und gab im Eiltempo Schnur frei. Als der Fisch das erste Mal kurz halt machte war er bereits über einen versunkenen Baum geschwommen. Nachdem wir ihn immer noch nicht zu Augen bekommen hatten, waren wir uns fast sicher,einen Wels gehakt zu haben. Der weitere Drill gestaltete sich als Tanz auf einem Drahtseil zwischen mehreren ins Wasser ragenden Bäumen. Als wir den Fisch zum ersten Mal an der Oberfläche sahen, staunten wir nicht schlecht, war es uns doch tatsächlich geglückt einen wirklichen Ausnahmefisch zu haken.

Die Landung glückte und Freudenschreie hallten durch die Po Ebene. In der Abenddämmerung durften wir diesen wunderschönen, makellosen Flusskämpfer fotografieren. 97cm pure Muskelkraft vom Leben in der Strömung – Flusskarpfen, eine eigene Liga.