Ein paar Kollegen, mein Sohn und Ich haben sich kurzer Hand dazu entschlossen ein neues Gewässer in Angriff zu nehmen. Unsere Kriterien haben wir zuvor klar definiert und so fiel unsere Wahl auf den Strassenteich im steirischen Mureck. Da wir diesen Teich noch nicht kannten, versuchten wir vorab ein paar Informationen zusammenzutragen. Doch dies war, auf Grund seiner Unbekanntheit, eher schwierig. Somit mussten wir uns auf die Angaben der Homepage verlassen.  Da wir also nichts über dieses Gewässer wussten, außer dass es eine Wasserfläche von 2,5 Hektar aufweist, haben wir lange überlegt mit welcher Taktik wir vorgehen würden. Anhand der Wetterdaten und der zu erwartenden Wassertemperatur hatten wir uns  für eine selbstgemachte Futtermischung, welche wir per PVA mit unseren Montagen ins Wasser brachten entschieden. Unser Mix bestand aus gecrushten INS:TINCT Boilies, Mais- und Kürbiskernpellets, einem Schuss Salminol und ein wenig Grundfutter zur Bindung. Am Freitag nach unserer Ankunft, bauten wir schnell unser Lager auf und ich begann damit den Grund des Gewässers auszuloten. Ich merkte, mit meiner guten alten Lotrute, jedoch schnell, dass es sich um einen relativ seichten Teich handelte. Der Boden war größten Teils mit schlamm bedeckt und es befand sich viel Holz im Uferbereich. Nun ging es ans Eingemachte! Mein Sohn und ich legten je zwei Montagen aus. Eine war bestückt mit einer INS:TINCT Kugel und auf der anderen zogen wir eine Pure Fish Kugel auf. Alle bekamen zusätzlichen Halt durch ein Fake Maiskorn. Die Erste lag ca. in der Mitte des Teichs und die anderen legten wir in der Nähe des gegenüberliegenden Ufers ab. Die Zeit verstrich aber unsere Bissanzeiger gaben keinen Ton von sich. Um uns das Warten etwas zu verkürzen, entschloss ich mich dem leiblichen Wohl aller zu widmen und begann unser geplantes Kesselgulasch zu kochen. Als die Dämmerung dann einsetzte, bemerkten wir einige Fische an der Wasseroberfläche. Kurz darauf dann der kreischende Ton eines Bissanzeigers. Rasch registrierten wir, dass es einer meines Sohnes war und er setzte zum Drill an. Nach einem kurzen gerangel, konnte er einen kleinen Karpfen mit knapp 1,3 Kg landen.

Wir versorgten den Fisch und setzten ihn, mit der Bitte uns seinen Großvater zu schicken zurück in seine natürliche Umgebung. Nach dem erneuten auslegen, dauerte es nicht lange und der Bissanzeiger meines Sohnes legte erneut los. Wieder ein kleiner Karpfen mit knapp 2 Kg. Wir ließen unsere Köder die Nacht über im Wasser, aber wir konnten ohne Unterbrechung durchschlafen. Am nächsten Morgen während unseres morgendlichen Kaffees schrie der Bissanzeiger erneut auf. Wieder war es der meines Sohnes! Anscheinend hatte er eine gute Stelle gefunden. Beim Anhieb merkte er aber sofort dass der Fisch ins Unterholz geflüchtet war und so begann ein langwieriger Kampf. Nach einer guten halben Stunde konnte er den Fisch in die Abhakwanne legen. Wieder betrug das Gewicht knappe 1,5 Kg. Nachdem ich einige Zeit die Fische an der Oberfläche beobachtet hatte, packte ich meine dritte Rute aus, welche ich mit einer Schwimmermontage bestückte. Als Köder zog ich ein Maispellet mit einem Gummiring auf meinen Haken und ab damit ins Wasser. Ich fütterte ein paar Hände voll Pellets an. Dann begann das warten. Plötzlich verschwand mein Schwimmer unter der Wasseroberfläche und die bremse gab die Schnur unter lautem surren frei. Ich hob an und merkte der dass der Fisch gehakt war. Nach einem sehr kurzen Kampf konnte ich einen wirklich kleinen Karpfen landen. Es ging auch in dieser Größenordnung weiter. Innerhalb kürzester Zeit konnte jeder von uns 5-6 Karpfen auf die Matte legen. Ich ließ meine Schwimmermontage danach eine zeit lang aus dem Wasser um mich wieder den größeren Tieren zu widmen. Bei einer kleinen Jause diskutierten wir darüber ob es überhaupt größere Fische im Teich gibt. Immerhin sah man keine Anzeichen dafür. Plötzlich heulte der Empfänger meiner Bissanzeiger auf! Ich startete zu meiner Rute und hob an. An der Art wie sich meine Rute bog und wie sich der Fisch im Drill verhielt, wusste ich dass es ein etwas größeres Tier war. Kurz darauf konnte ich ihn über meinen Unterfänger führen und ihn in die Wanne legen. Es war ein sehr schöner Fisch mit 7,5 Kg. Gut versorgt ließ ich ihn zurück ins Wasser. Den Abend und die Nacht über blieben die Bissanzeiger jedoch stumm und so entschieden wir uns am Sonntagvormittag unser Zeug einzupacken und die Heimreise anzutreten. Es war ein wunderschönes Wochenende in fast unberührter Natur und mit vielen kleinen Fischen. Wir werden auf alle Fälle wieder an diesen Teich fahren und uns dieses Gewässer noch genauer ansehen, denn immerhin haben wir gemerkt dass es doch auch größere Fische im Wasser gibt, konnten sie jedoch nicht überlisten. Doch ist nicht genau das einer der Reize sie unsere Hobby ausmachen.